Fragen & Antworten

Was macht silver spoons & fairy tales? Wann sind Creative Direction und Dramaturgie sinnvoll? Wie entsteht aus einer offenen Idee ein Konzept – und wie sieht eine Zusammenarbeit mit mir aus? Hier findest du Antworten auf die Fragen, die vor einem gemeinsamen Projekt wichtig sein können.

Das Atelier und meine Rolle

silver spoons & fairy tales ist mein persönliches Atelier. Was das konkret bedeutet, welche Rolle ich in Projekten übernehme und wie Zusammenarbeit dabei gedacht ist, beginnt mit ein paar grundsätzlichen Fragen.

Was ist silver spoons & fairy tales?

silver spoons & fairy tales – kurz ss&ft – ist mein Atelier für Creative Direction, Dramaturgie, Text und Musik. Hier entstehen Konzepte, dramaturgische Strukturen und erzählerische Ideen für Projekte, bei denen unterschiedliche kreative Ebenen zu einem Ganzen zusammenfinden sollen.
Das Atelier habe ich 2015 gegründet. Es ist der Rahmen für meine eigene kreative Arbeit und für ausgewählte Projekte, an denen ich als konzeptioneller Partner, Dramaturg oder Co-Autor mitwirke.

Wer steckt hinter ss&ft?

Mein Name ist Malte Schreer. Hinter silver spoons & fairy tales stehe ich persönlich.
Über viele Jahre habe ich in und mit Musik, Theater und Veranstaltungen gearbeitet. Diese Erfahrungen prägen meinen Blick auf Geschichten, Inszenierungen und kreative Prozesse bis heute. Je nach Projekt arbeite ich mit Menschen aus Regie, Produktion, Design, Technik, Musik und anderen Spezialgebieten zusammen. ss&ft selbst bleibt dabei mein persönliches Atelier.

Ist silver spoons & fairy tales eine Agentur?

Nein. ss&ft ist keine klassische Agentur und kein festes Kollektiv. Es gibt keine feste Mannschaft, die für jedes Projekt nach demselben Muster zusammengestellt wird. Ausgangspunkt ist meine eigene konzeptionelle und dramaturgische Arbeit.
Wenn ein Projekt weitere Kompetenzen braucht, entsteht die Zusammenarbeit mit den passenden Spezialist*innen – entweder innerhalb eines bereits bestehenden Teams oder mit zusätzlichen Partner*innen. Nicht jedes Projekt braucht dieselben Menschen. Entscheidend ist, wer für die jeweilige Idee den richtigen Beitrag leisten kann.

Wie würdest du deine Rolle in Projekten beschreiben?

Am ehesten als Creative Director, Dramaturg und kreativer Sparringspartner. Oft beginnt meine Arbeit dort, wo bereits eine Vision, ein Thema oder eine bestimmte Wirkung im Raum steht, aber noch kein tragfähiges Konzept. In anderen Projekten gibt es schon viele gute Einzelteile, denen noch eine gemeinsame Richtung fehlt.
Dann geht es darum, Zusammenhänge zu erkennen, Gedanken zu ordnen und eine innere Logik zu entwickeln, an der sich weitere kreative und technische Entscheidungen ausrichten können.
Je nach Projekt kann daraus Creative Direction, Dramaturgie, Text, musikalische Arbeit oder eine Verbindung mehrerer Bereiche entstehen.

Was bedeutet Co-Autorenschaft für dich?

Co-Autorenschaft bedeutet, Verantwortung für eine Idee zu übernehmen, ohne deshalb jeden Teil selbst gestalten zu müssen. Gute kreative Arbeit verändert sich im Austausch. Gedanken werden weiterentwickelt, verworfen, ergänzt oder von anderen besser gemacht.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Einzelideen für sich zu beanspruchen. Entscheidend ist, dass am Ende ein gemeinsamer Gedanke trägt und alle Beteiligten auf ein überzeugendes Ergebnis hinarbeiten können. Entscheidend ist nicht, woher jeder einzelne Gedanke kommt. Entscheidend ist, was daraus gemeinsam entsteht.

Von der Idee zum Konzept

Viele Projekte beginnen nicht mit einem fertigen Briefing, sondern mit einer Vision, einer Frage oder einer ersten Ahnung. Genau dort kann konzeptionelle Arbeit besonders wertvoll werden.

Für welche Projekte ist ss&ft besonders geeignet?

Für Projekte, die mehr brauchen als eine einzelne kreative Leistung. Das können Live-Inszenierungen, kulturelle Formate, Film- und Medienprojekte, musikalische Arbeiten oder Projekte für Destinationen, Marken und Erlebniswelten sein.
Besonders spannend wird es dort, wo mehrere Ebenen zusammenkommen – etwa Geschichte, Raum, Musik, Bild, Bewegung oder Technik – und daraus eine gemeinsame Idee entstehen soll.
Die Größe des Projekts ist dabei weniger entscheidend als die Frage, ob ich inhaltlich und dramaturgisch einen sinnvollen Beitrag leisten kann.

Mit welchen Auftraggebern und Partnern arbeitest du?

Mit Menschen und Organisationen, die kreative Verantwortung tragen und an einer starken gemeinsamen Idee arbeiten wollen. Dazu gehören beispielsweise Produzent*innen, Regisseur*innen, Veranstalter, Produktionsunternehmen, Kultur- und Tourismusorganisationen, Kreativteams, Künstler*innen oder Markenverantwortliche.
Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Spezialist*innen, die eine Idee später in ihre jeweiligen Disziplinen übersetzen und umsetzen.

Muss ich bereits ein fertiges Briefing haben?

Nein. Eine offene Idee reicht oft völlig aus. Manchmal gibt es zu Beginn nur ein Thema, ein Bild, eine gewünschte Wirkung oder die Frage: Was könnte daraus werden?
Gerade in dieser frühen Phase kann ich helfen, Gedanken zu ordnen, Möglichkeiten zu prüfen und daraus einen tragfähigen konzeptionellen Kern zu entwickeln. Ein fertiges Briefing kann hilfreich sein. Voraussetzung ist es nicht.

Kannst du aus einer noch offenen Idee ein Konzept entwickeln?

Ja. Genau dort beginnt ein wesentlicher Teil meiner Arbeit. Aus einer Vision oder einem noch unscharfen Gedanken entwickle ich eine erzählerische und dramaturgische Richtung: Was soll erzählt werden? Welche Wirkung soll entstehen? Was trägt die Idee wirklich?
Darauf bauen Struktur, Inszenierung und die späteren Entscheidungen über Medien, Musik, Bilder, Raum oder andere Gestaltungsmittel auf.

Kannst du auch in ein bereits laufendes Projekt einsteigen?

Ja. Nicht jede Zusammenarbeit beginnt am Anfang. Manchmal ist bereits viel entwickelt, aber der rote Faden fehlt. Vielleicht funktionieren einzelne Elemente gut, ergeben zusammen aber noch keine überzeugende Bewegung.
Dann kann meine Aufgabe darin bestehen, vorhandenes Material zu analysieren, Zusammenhänge zu schärfen, dramaturgische Lücken zu erkennen oder eine bestehende Idee konsequenter weiterzuführen.

Arbeitest du eher konzeptionell oder auch in der Umsetzung?

Beides – meine Rolle richtet sich nach dem Projekt. In manchen Projekten endet meine Arbeit mit einem belastbaren Konzept oder einer dramaturgischen Struktur. In anderen begleite ich die weitere Entwicklung, schreibe Texte, arbeite an Musik, entwickle Szenen oder führe die kreative Linie gemeinsam mit den beteiligten Gewerken bis in die Umsetzung weiter.
Dabei übernehme ich nicht automatisch die Aufgaben anderer Spezialist*innen. Entscheidend ist, dass die ursprüngliche Idee auch in der Umsetzung erkennbar bleibt.

Was bedeutet Creative Direction in deiner Arbeit?

Creative Direction bedeutet für mich, einer Idee eine klare Richtung zu geben und diese über verschiedene kreative Ebenen hinweg zu bewahren. Dazu gehört, die zentrale Idee zu schärfen, dramaturgische Entscheidungen zu treffen und darauf zu achten, dass Text, Musik, Bild, Raum, Bewegung oder Technik nicht nebeneinanderstehen, sondern auf dasselbe Ziel einzahlen.
Creative Direction bedeutet dabei nicht, jede Disziplin selbst auszuführen.
Es bedeutet, den Gedanken zu kennen, der alles miteinander verbindet.

Dramaturgie, Sprache und Musik

Geschichten entstehen nicht nur durch Text. Auch Musik, Bilder, Raum, Bewegung, Rhythmus und Übergänge beeinflussen, wie ein Projekt wahrgenommen, verstanden und erinnert wird.

Was verstehst du unter Dramaturgie?

Dramaturgie ordnet Wirkung über Zeit. Sie beschäftigt sich mit Fragen wie: Was muss zuerst passieren? Wann braucht ein Gedanke Raum? Wo entsteht Spannung? Wann verändert sich eine Perspektive? Und wie hängen einzelne Momente so zusammen, dass daraus eine nachvollziehbare Entwicklung entsteht?
Dramaturgie ist deshalb nicht nur die Ordnung von Szenen. Sie ist die innere Logik, die einem Projekt Bewegung und Richtung gibt.

Welche Rolle spielt Dramaturgie außerhalb von Film und Theater?

Eine sehr große. Dramaturgie beginnt überall dort, wo Menschen etwas in einer bestimmten Reihenfolge erleben. Das gilt für eine Live-Inszenierung ebenso wie für eine Ausstellung, ein Event, eine Markenwelt, einen Film, einen Song oder eine multimediale Erfahrung.
Auch ein Raum, ein musikalischer Wechsel, eine Lichtstimmung oder der richtige Moment für Stille können dramaturgische Funktionen übernehmen.
Entscheidend ist nicht das Medium, sondern die Frage, wie sich Wahrnehmung und Bedeutung im Verlauf verändern.

Wie hängen Creative Direction und Dramaturgie zusammen?

Dramaturgie entwickelt die innere Bewegung. Creative Direction sorgt dafür, dass diese Bewegung in allen gestalterischen Ebenen erkennbar bleibt. Die Dramaturgie fragt zum Beispiel nach Entwicklung, Rhythmus, Übergängen und Wendepunkten. Creative Direction übersetzt diese Logik in Entscheidungen über Text, Musik, Bild, Raum, Bewegung, Farbe oder Technik. Beides lässt sich deshalb in meiner Arbeit kaum vollständig voneinander trennen.

Welche Rolle spielen Storytelling und Text in deiner Arbeit?

Storytelling hilft dabei, einer Idee Bedeutung und Perspektive zu geben. Text ist eine mögliche Form davon – aber nicht die einzige. Manche Geschichten brauchen Sprache. Andere erzählen stärker über Bilder, Musik, Räume, Bewegungen oder Symbole.
Wenn Text Teil eines Projekts ist, arbeite ich an seiner Funktion innerhalb des Ganzen: Was muss gesagt werden? Wer spricht? Welche Perspektive trägt? Und was lässt sich besser erzählen, ohne es auszusprechen?

Was bedeutet musikalische Dramaturgie?

Musikalische Dramaturgie beschreibt, welche Aufgabe Musik innerhalb einer Geschichte oder Inszenierung übernimmt und wie sie sich im Verlauf entwickelt. Ein Motiv kann Erinnerung schaffen, ein Wechsel die Perspektive verändern, ein Bruch einen Wendepunkt markieren und eine Pause mehr Spannung erzeugen als zusätzliche Lautstärke.
Dabei geht es nicht nur darum, welche Musik erklingt. Ebenso wichtig sind Zeitpunkt, Dauer, Entwicklung und das Verhältnis zu Bild, Raum, Text oder Bewegung.
Musik erzählt auch durch Beziehungen, Veränderungen und Erwartungen.

Wie entstehen deine eigenen Songs?

Idee, Konzept und Texte entwickle ich selbst. Auch die dramaturgische Richtung – Perspektive, Entwicklung, Atmosphäre und gewünschte Wirkung – entsteht aus diesem Ausgangspunkt. Für die konkrete musikalische Ausarbeitung nutze ich heute auch KI-gestützte Werkzeuge. Ich bin weder ausgebildeter Instrumentalist noch professioneller Sänger und möchte auf meiner Website auch nicht den Eindruck erwecken, ich würde Instrumente einspielen oder Gesang aufnehmen, wenn das nicht der Fall ist.
Stattdessen arbeite ich iterativ mit musikalischen Entwürfen: auswählen, verwerfen, neu ausrichten, Text und musikalische Form aufeinander abstimmen und so lange schärfen, bis die Fassung für mich als Song funktioniert. Das Mastering überlasse ich spezialisierten Partnern. Veröffentlicht wird nur Musik, hinter der ich selbst stehe. Einige dieser Arbeiten sind auf Spotify und Apple Music zu hören.

Wie verbindest du Musik, Bild, Raum, Bewegung oder andere Medien zu einer Inszenierung?

Indem jedes Medium eine klare Aufgabe innerhalb derselben Idee erhält. Musik muss nicht dasselbe erzählen wie ein Bild. Bewegung muss einen Gedanken nicht illustrieren. Und Technik sollte nicht allein deshalb eingesetzt werden, weil sie verfügbar ist. Spannend wird es, wenn unterschiedliche Ebenen sich ergänzen, kontrastieren oder gegenseitig Bedeutung geben.
Dafür braucht es eine gemeinsame dramaturgische Richtung: Was führt? Was reagiert? Was bereitet einen Moment vor? Was verändert ihn?
Nicht alles muss dasselbe sagen. Aber alles sollte Teil derselben Geschichte sein.
Case Study: vom Core Concept zur EP

Zusammenarbeit in der Praxis

Eine gute Idee muss irgendwann in reale Abläufe, Teams und Entscheidungen übersetzt werden. Wie die Zusammenarbeit konkret aussieht, hängt vom Projekt ab – einige Grundsätze bleiben aber gleich.

Wie beginnt eine Zusammenarbeit konkret?

Mit einem Gespräch über die Idee, das Ziel und den Kontext des Projekts. Wenn wir uns noch nicht kennen, geht es zunächst darum, ein Gefühl füreinander zu bekommen und zu prüfen, ob die Zusammenarbeit fachlich und menschlich passt.
Ein fertiges Briefing ist dafür nicht nötig. Wichtiger ist, zu verstehen, was entstehen soll, welche Fragen noch offen sind und an welcher Stelle ich sinnvoll einsteigen kann.

Wie läuft ein gemeinsames Projekt typischerweise ab?

Zuerst wird geklärt, was das Projekt wirklich braucht. Daraus entsteht der passende Arbeitsprozess. Am Anfang stehen meist Gespräche, vorhandenes Material, erste Ideen oder bereits getroffene Entscheidungen. Daraus entwickle ich eine konzeptionelle oder dramaturgische Grundlage und schärfe sie im Austausch mit den Beteiligten.
Je nach Projekt folgen daraus Texte, Szenen, musikalische Überlegungen, Storyboards, Abläufe, Präsentationen oder andere Arbeitsgrundlagen für die weitere Umsetzung. Der Prozess ist dabei nicht starr. Gute Ideen verändern sich, wenn neue Erkenntnisse, technische Bedingungen oder andere Perspektiven hinzukommen.

Wie arbeitest du mit Regie, Produktion, Design und technischen Spezialist*innen zusammen?

Auf Augenhöhe und mit klaren Verantwortlichkeiten. Jede Disziplin bringt Wissen mit, das sich nicht durch eine andere ersetzen lässt. Meine Aufgabe ist deshalb nicht, Regie, Design, Technik oder Produktion zu überstimmen, sondern eine gemeinsame konzeptionelle und dramaturgische Richtung mit ihnen weiterzuentwickeln.
Dazu gehört auch, Fragen zu stellen, Widersprüche sichtbar zu machen und offen anzusprechen, wenn eine Entscheidung die ursprüngliche Idee schwächt. Genauso gehört dazu, die eigene Position zu verändern, wenn eine andere Lösung besser trägt.

Kannst du auch ein bestehendes Kreativ- oder Produktionsteam ergänzen?

Ja. Sehr gern sogar. Viele Projekte brauchen keine zusätzliche komplette Struktur, sondern eine weitere Perspektive innerhalb eines bereits starken Teams.
Dann kann ich beispielsweise als Creative Director, Dramaturg, konzeptioneller Sparringspartner oder Co-Autor einsteigen und dort Verantwortung übernehmen, wo die verschiedenen Ebenen des Projekts zusammengeführt oder geschärft werden müssen. Die genaue Rolle sollte dabei allerdings von Anfang an klar sein.

Arbeitest du vor Ort oder remote?

Beides. Konzeption, Textarbeit, dramaturgische Entwicklung und viele Abstimmungen funktionieren sehr gut remote. Für Proben, Workshops, Besichtigungen, kreative Arbeitsphasen oder die konkrete Umsetzung ist die Arbeit vor Ort oft sinnvoll oder notwendig.
Ich arbeite überwiegend auf Deutsch und Englisch. Entscheidend ist weniger der Ort als die Frage, welche Form der Zusammenarbeit dem Projekt am meisten hilft.

Was steht am Ende deiner Arbeit?

Das hängt von meiner Aufgabe im Projekt ab. Das Ergebnis kann ein Konzept, eine dramaturgische Struktur, ein Treatment, ein Text, ein Script, ein musikalischer Ansatz, ein Szenen- oder Ablaufkonzept oder eine konkrete Creative Direction sein.
Bei anderen Projekten besteht meine Arbeit weniger in einem einzelnen Dokument als in der kontinuierlichen kreativen Begleitung bis zur Umsetzung. Wichtig ist, dass das Ergebnis verständlich, anschlussfähig und für die nächsten Schritte nutzbar ist.

Wie werden Umfang, Zeitrahmen und Honorar festgelegt?

Projektbezogen – nachdem klar ist, welche Aufgabe ich tatsächlich übernehmen soll.
Ein kurzer dramaturgischer Sparringsprozess braucht einen anderen Rahmen als die Entwicklung eines vollständigen Konzepts oder eine längerfristige Creative Direction bis in die Umsetzung.
Deshalb gibt es bei ss&ft keine standardisierten Leistungspakete oder pauschalen Preislisten. Nach einem ersten Gespräch lässt sich meist gut einschätzen, welche Form der Zusammenarbeit sinnvoll ist und welcher zeitliche und finanzielle Rahmen dazu passt.

Wenn es miteinander passt

Nicht jedes Projekt gehört in jedes Atelier. Entscheidend sind die Idee, die Zusammenarbeit und die Frage, ob ich einen sinnvollen Beitrag leisten kann.

Welche Rolle spielt Haltung in deiner Arbeit?

Eine große – weil kreative Entscheidungen nie vollkommen neutral sind. Jede Geschichte setzt Schwerpunkte, wählt Perspektiven und beeinflusst, was Menschen wahrnehmen, fühlen oder erinnern.
Haltung bedeutet für mich deshalb nicht, jedem Projekt eine Botschaft aufzuzwingen. Sie beginnt mit der Frage, warum etwas erzählt wird, welche Perspektive dabei eingenommen wird und wofür man mit dem Ergebnis stehen möchte. Das gilt für eine große Inszenierung ebenso wie für einen Song, einen Text oder eine einzelne Szene.

Nach welchen Kriterien wählst du Projekte aus?

Vor allem danach, ob ich inhaltlich einen sinnvollen Beitrag leisten kann und ob die Zusammenarbeit grundsätzlich zu mir passt. Die Größe oder Bekanntheit eines Projekts ist dabei weniger wichtig als seine Idee, sein Anspruch und der Raum, tatsächlich etwas gestalten zu können.
Ich muss nicht mit jeder Ausgangsposition übereinstimmen. Ein Projekt darf herausfordern, überraschen oder auch Widerspruch erzeugen. Aber ich möchte verstehen können, warum es entstehen soll – und hinter dem Ergebnis stehen können.

Wann bist du nicht der richtige Ansprechpartner?

Wenn lediglich eine schnelle kreative Oberfläche gesucht wird, ohne dass an der zugrunde liegenden Idee gearbeitet werden soll. Auch für reine Ausführungsaufträge, bei denen Konzept, Dramaturgie und Richtung vollständig feststehen und nur noch eine einzelne Leistung abgearbeitet werden soll, gibt es häufig passendere Spezialist*innen.
Und natürlich gibt es Themen, Botschaften oder Akteure, mit denen ich aus inhaltlichen oder kulturellen Gründen nicht zusammenarbeiten möchte. Das ist keine Frage künstlicher Exklusivität. Gute Zusammenarbeit braucht schlicht eine gewisse Passung.

Gibt es ein Beispiel für deine Arbeit an einer größeren Inszenierung?

Ja. Ein aktuelles Beispiel ist „Confluentes“ bei Rhein in Flammen® Koblenz 2026.
Im Rahmen meiner Tätigkeit für die Koblenz-Touristik GmbH habe ich an der strategischen, konzeptionellen und dramaturgischen Entwicklung der Inszenierung gearbeitet. Ausgangspunkt war nicht die Frage, welche Bilder sich mit Drohnen zeigen lassen, sondern welche Geschichte der Abend erzählen und welche Haltung darin spürbar werden sollte.
Daraus entstand eine Gesamtidee, in der Drohnenbilder, Musik, Farbe, Übergänge und Höhenfeuerwerk auf einen gemeinsamen dramaturgischen Bogen ausgerichtet wurden.
Auf der Projektseite gebe ich einen persönlichen Einblick in die Entwicklung von „Confluentes“, die Creative Direction und die Zusammenarbeit der beteiligten Disziplinen.
Mehr über „Confluentes“ und Rhein in Flammen® Koblenz 2026

Wie kann ich mit dir über eine Projektidee sprechen?

Am einfachsten, indem du mir erzählst, was du vorhast. Es braucht dafür weder ein fertiges Briefing noch eine ausgearbeitete Präsentation. Eine Idee, eine Frage, ein Problem oder eine erste Ahnung davon, was entstehen könnte, reicht für den Anfang.
Dann können wir gemeinsam herausfinden, ob ich der richtige Partner dafür bin und an welcher Stelle meine Arbeit sinnvoll beginnen würde.
Erzähl mir davon.