Konzeption, Dramaturgie und Creative Direction für Rhein in Flammen® Koblenz 2026

Wie aus Drohnenshow, Feuerwerk und Musik die Gesamtinszenierung entstand

Dies ist der persönliche Einblick von Malte Schreer in die konzeptionelle und dramaturgische Entwicklung im Rahmen seiner Tätigkeit für die Koblenz-Touristik GmbH.

Bei Rhein in Flammen® 2026 in Koblenz hatte ich die Möglichkeit, die Gesamtinszenierung „Confluentes“ aus Drohnenshow und Höhenfeuerwerk inhaltlich und dramaturgisch zu entwickeln. Mein Ausgangspunkt war die Frage, was ein solches Ereignis über das Spektakel hinaus erzählen kann – und welche Haltung Koblenz damit nach außen tragen könnte.

Daraus entstand früh die Idee, Rhein in Flammen® nicht allein über die Zahl der Drohnen oder die Größe des Feuerwerks zu denken, sondern als kommunikatives und emotionales Gesamterlebnis. Die Inszenierung sollte eine positive Botschaft über Gemeinschaft, die Schönheit unserer Erde und die Sehnsucht nach Frieden transportieren – und Koblenz zugleich als Stadt zeigen, die ein großes Ereignis nicht nur spektakulär, sondern auch mit Haltung und Inhalt erzählt.

Im engen Austausch mit meiner Kollegin Petra Schumacher entwickelte und schärfte ich diesen Grundgedanken weiter. Aus Gesprächen, gemeinsamen Überlegungen und ihren Impulsen entstand die Idee, den Abend dramaturgisch als Einheit zu betrachten: Drohnen, Musik, Farbe und Feuerwerk sollten nicht als einzelne Programmpunkte nebeneinanderstehen, sondern Teile einer gemeinsamen Erzählung werden.

Am 8. August 2026 wurde dieser Gedanke über der Festung Ehrenbreitstein sichtbar. 800 Drohnen, Musik und das große Höhenfeuerwerk verbanden sich zu einer Inszenierung über die Schönheit unserer Erde, Perspektivwechsel, Verbundenheit und den Ort, an dem Rhein und Mosel zusammenfinden: Koblenz.

Für mich lag die eigentliche Herausforderung dabei weniger in einzelnen spektakulären Bildern als in den Verbindungen dazwischen: Wie lassen sich Bilder nicht nur zeigen, sondern miteinander erzählen? Wie können Übergänge selbst zu Szenen werden? Wie lässt sich Musik so einsetzen, dass zwei technisch sehr unterschiedliche Showformen zu einem gemeinsamen emotionalen Bogen verschmelzen?

Aus diesen Fragen entwickelte sich Schritt für Schritt die Dramaturgie von „Confluentes“ – mit ihren Motiven und Szenen, ihrer musikalischen Struktur und der Verbindung von Drohneninszenierung und Feuerwerk.

Im Folgenden gebe ich Einblick in diesen kreativen Prozess: von der ersten erzählerischen Idee über die Entwicklung der Drohnenshows bis zur großen Inszenierung über der Festung Ehrenbreitstein.

Vom Bild zur Bewegung: eine Drohnenshow als Erzählung

Die Ausgangsidee für die Samstagshow war nicht, möglichst viele spektakuläre Motive nacheinander an den Himmel zu zeichnen. Mich interessierte vielmehr, ob sich mit Drohnen eine zusammenhängende Geschichte entwickeln lässt, in der ein Bild logisch aus dem vorherigen entsteht. Die Übergänge sollten deshalb nicht als technisch notwendige Pausen zwischen zwei Formationen wahrgenommen werden. Die Transitions sollten selbst Teil der Inszenierung sein: bewegte Verwandlungen, in denen die Bedeutung einer Szene fließend in die nächste übergeht.

Die Entwicklung folgte dabei einem dramaturgischen Storyboarding: Für jede Szene wurde nicht nur das Motiv definiert, sondern ihre Funktion innerhalb der Erzählung, ihre musikalische Einbettung und die Frage, aus welchem Bild sie hervorgeht und wohin sie weiterführt.

Daraus entstand ein Prinzip, das die gesamte Show prägte. Formen öffnen sich, lösen sich auf, verschieben ihre Perspektive und werden zu neuen Bildern. Die Drohnen fungieren nicht nur als einzelne Lichtpunkte, sondern als bewegliches visuelles Material. Diese Idee beeinflusste die Szenenfolge ebenso wie das Timing, die Musik, die Farbdramaturgie und die Frage, wie lange ein Motiv überhaupt stehen darf, bevor die nächste Bewegung beginnt.

Der Perspektivwechsel: vom Astronauten zur Erde

Der Showstart bringt diesen Ansatz unmittelbar auf den Punkt. Ein Astronaut macht sich in seiner Rakete auf den Weg. Seine Reise ist keine Science-Fiction-Erzählung um ihrer selbst willen, sondern eine dramaturgische Einladung: Unsere Welt einmal aus der Distanz zu betrachten und dadurch neu wahrzunehmen. Aus der Nähe ist vieles selbstverständlich. Aus einer anderen Perspektive werden Schönheit, Einzigartigkeit und zugleich Fragilität unseres Planeten deutlicher.

Das Fernrohr des Astronauten wird zum Übergang in die eigentliche Bildwelt. Sein Blick weitet sich, die kreisförmige Perspektive öffnet sich, bis sich die Erde vollständig darin abbildet. Von diesem Moment an entwickelt sich die Show wie ein Kaleidoskop: Die Erde wird nicht einfach ausgeblendet und durch das nächste Motiv ersetzt. Formen, Farben und Bewegungen lösen sich aus ihr heraus, wandern weiter und bilden neue Szenen. So entsteht eine visuelle Kette, in der die Bilder miteinander verbunden bleiben.

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Eine Reise, die in Koblenz ankommt

Die Reise führt über Motive von Natur, Leben und menschlicher Verbundenheit schließlich zurück an den konkreten Ort der Veranstaltung. Kurz vor dem Ende der Drohnenshow erscheint der Zusammenfluss von Rhein und Mosel – das Deutsche Eck als geografischer und inhaltlicher Zielpunkt. Was zuvor global gedacht wurde, kommt in Koblenz an: an einem Ort, dessen Geschichte und Name selbst vom Zusammenkommen geprägt sind.

Mit „Alles Liebe! Koblenz verbindet.“ verabschiedet sich die Drohnenshow schließlich in einer bewusst persönlichen Tonalität. Danach spannt eine große Friedenstaube über der Festung Ehrenbreitstein ihre Flügel auf. Sie bildet keinen isolierten Schlussakkord, sondern den letzten Gedanken des ersten Showteils: die Erinnerung daran, wie wertvoll das ist, was Menschen miteinander teilen – diesen Planeten, gemeinsame Erlebnisse und die Möglichkeit, einander zu begegnen.

Die Botschaft hinter „Confluentes“

Die Grundidee, die ich im Februar 2026 dem Veranstaltungsteam der Koblenz-Touristik präsentierte, wurde im anschließenden Austausch mit meiner Kollegin Petra Schumacher weiterentwickelt. Aus diesem Prozess entstand schließlich „Confluentes“ als Leitmotiv der Samstagshow.

Der Begriff verweist auf den historischen Ursprung des Namens Koblenz. „Confluentes“ beschreibt den Ort des Zusammenflusses – dort, wo Rhein und Mosel aufeinandertreffen. Für die Inszenierung wurde daraus ein größerer Gedanke: Zusammenkommen als geografisches, menschliches und dramaturgisches Prinzip. Menschen kommen bei Rhein in Flammen® am Deutschen Eck zusammen. Zwei Flüsse treffen aufeinander. Unterschiedliche Perspektiven und Lebensgeschichten teilen für einen Abend denselben Ort. Und schließlich sollten auch zwei unterschiedliche Medien – Drohnenshow und Höhenfeuerwerk – ineinanderfließen.

Die zentrale Botschaft des ersten Teils war deshalb bewusst einfach formuliert, aber nicht banal: Wir sollten uns immer wieder vergegenwärtigen, wie schön und außergewöhnlich unsere Erde ist und welches Privileg es ist, auf ihr zu leben. Der Perspektivwechsel des Astronauten übersetzte diesen Gedanken in ein Bild. Die nachfolgenden Szenen entwickelten ihn weiter, ohne ihn in eine erklärende oder belehrende Botschaft zu verwandeln.

Musik als dramaturgisches Rückgrat

Ein großer Teil der konzeptionellen Arbeit floss in die Musikauswahl. Für mich war die Musik nicht Begleitung einer bereits fertigen Bildfolge, sondern einer der Ausgangspunkte für die dramaturgische Entwicklung. Grundaussage, Atmosphäre, Rhythmus, Geschwindigkeit und Dynamik eines Titels bestimmen, welche Bilder möglich sind, wie lange eine Szene trägt und wie ein Übergang emotional funktioniert.

Deshalb entstand zunächst ein musikalischer Bogen für den gesamten Samstagabend. Die Auswahl der Stücke sollte Räume öffnen: für Staunen, Ruhe, Größe, Nähe, Hoffnung und schließlich für die große emotionale Entladung im Feuerwerk. Erst in dieser Verbindung konnten Szenen, Farbwelten und Bewegungsabläufe präziser entwickelt werden.

Das musikalische Konzept war zugleich das verbindende Element zwischen Drohnenshow und Höhenfeuerwerk. Der Wechsel des Mediums durfte sich nicht wie ein Programmwechsel anfühlen. Nach der letzten Drohnenformation beginnt deshalb kein neues Kapitel, sondern die bereits erzählte Geschichte wird mit anderen gestalterischen Mitteln fortgeführt. Das Feuerwerk setzt zunächst bedächtig und gefühlvoll ein, nimmt die Atmosphäre der Drohnenshow auf und steigert sich anschließend über mehrere Höhepunkte zu einem großformatigen, musikalisch getragenen Finale. Farbkonzept, Effektdichte, Höhe und Dynamik wurden dabei so gedacht, dass die emotionale Aussage der ersten Showhälfte weitergetragen wird.

Die Originaltitel des Soundtracks habe ich in einer Spotify-Playlist zusammengestellt: [zur Playlist „Confluentes“ hier klicken]

Creative Direction heißt auch: technische Möglichkeiten mitdenken

Eine Idee am Schreibtisch ist noch keine flugfähige oder pyrotechnisch umsetzbare Show. Ein wesentlicher Teil der Entwicklung bestand deshalb aus dem intensiven Austausch mit den technischen Partnern Showmatrix und NICO Feuerwerk. Immer wieder wurden Szenen auf Machbarkeit geprüft, Bewegungen angepasst, Abstände verändert, Bildideen geschärft und Übergänge neu gedacht.

Gerade bei komplexeren Verwandlungen zeigte sich, wie wichtig dieser iterative Prozess ist. Was dramaturgisch logisch erscheint, muss sich innerhalb von Flugräumen, Sicherheitsabständen, Geschwindigkeiten und den physikalischen Grenzen der Drohnen tatsächlich abbilden lassen. Ähnliches gilt für das Feuerwerk: Eine gewünschte Farbe, eine bestimmte emotionale Wirkung oder ein musikalischer Akzent muss in konkrete pyrotechnische Effekte, Höhen, Bildgrößen und Zündfolgen übersetzt werden.

Showmatrix und NICO Feuerwerk fanden für viele dieser Anforderungen sehr gute technische und gestalterische Lösungen. Die Zusammenarbeit war deshalb keine lineare Übergabe von Konzept an Umsetzung, sondern ein fortlaufender Austausch: Idee, Prüfung, Anpassung, neue Lösung. Genau in diesem Zusammenspiel wurde aus der konzeptionellen Dramaturgie eine realisierbare Live-Inszenierung.

Feuerwerk als zweite Hälfte derselben Geschichte

Für mich war früh klar, dass das Höhenfeuerwerk am Samstag nicht als eigenständiger Programmpunkt nach der Drohnenshow beginnen sollte. Es sollte die Erzählung fortsetzen – allerdings mit einer völlig anderen Ausdrucksform. Während Drohnen konkrete Bilder, Symbole und Bewegungen präzise zeichnen können, wirkt Feuerwerk unmittelbarer, abstrakter und körperlicher.

Gerade dieser Wechsel war dramaturgisch interessant: Aus lesbaren Motiven wurden zunehmend Farbe, Rhythmus, Raum und Verdichtung. Die Geschichte begann nicht von vorn, sondern wechselte ihre Sprache. Die Musik hielt beide Teile zusammen und machte aus dem Übergang von Drohnen zu Pyrotechnik keinen Bruch, sondern eine Steigerung.

Bereits der Freitag folgte einer eigenen Dramaturgie

Schon am Freitag, 7. August 2026, war eine eigenständige Drohnenshow Bestandteil von Rhein in Flammen® Koblenz. Sie hatte bewusst eine völlig andere Aufgabe als „Confluentes“: nicht poetische Erzählung und Perspektivwechsel, sondern die atmosphärische Verlängerung der 90er-Jahre-Party am Deutschen Eck.

Die Grundidee, die Motive und die musikalische Richtung entstanden gemeinsam mit Petra Schumacher. Die konzeptionelle Ausarbeitung – darunter Dramaturgie, Farbwelt, Übergänge und das Zusammenspiel der Motive – entwickelte ich anschließend weiter. Showmatrix übernahm darauf aufbauend die szenische Ausarbeitung für das Drohnensystem sowie die technische Umsetzung.

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Das Konzept definierte eine deutlich schnellere, rhythmischere und grafischere Bildsprache als am Samstag: Neonfarben, popkulturelle Erinnerungen, technische Begleiter des Jahrzehnts und dynamische Morphings. In der Konzeptionsphase entstanden unter anderem Ideen aus TV-Testbild, Tetris-Ästhetik, Laser- und Equalizeroptiken, Discokugel, Techno-Spirale, Smiley und Herz. Entscheidend war auch hier der Übergang zwischen den Motiven: Die 400 Drohnen sollten nicht nach jedem Bild neu beginnen, sondern Farben und Formen aus einer Szene in die nächste tragen.

Die Freitagshow verstand sich damit als emotionaler Konzertabschluss – ein kollektiver Flashback, der das Lebensgefühl der 1990er nicht dokumentarisch nacherzählt, sondern mit Musik, Farben und Bewegung neu interpretiert. Das zugrunde liegende Konzept formulierte dafür eine klare Farbsprache aus Neon-Pink und Magenta, Cyan und Electric Blue, Acid Green, Deep Purple, Bright White sowie goldenen Akzenten.

Zwei Abende, zwei Identitäten – ein gemeinsamer Anspruch

Gerade die Gegenüberstellung beider Abende war Teil der Creative Direction. Die Freitagshow sollte energetisch, nostalgisch und popkulturell funktionieren. Die Samstagshow dagegen emotional, poetisch, atmosphärisch und gesellschaftlich anschlussfähig. Beide Shows nutzten Drohnen, Musik und den Nachthimmel über derselben Stadt – und sollten sich trotzdem nicht wie Varianten derselben Inszenierung anfühlen.

Der gemeinsame Anspruch lag weniger in einer bestimmten Formensprache als in der Idee, eine Drohnenshow dramaturgisch zu denken: Motive erhalten eine Funktion, Musik beeinflusst ihre Bewegung, Farben tragen Bedeutung und Übergänge werden zu eigenständigen Erzählmomenten. So wird aus einer Abfolge spektakulärer Bilder im besten Fall ein Erlebnis, an das man sich nicht nur wegen eines einzelnen Motivs erinnert, sondern wegen des Gefühls, das zwischen den Bildern entstanden ist.

Meine Rolle im Projekt

Die hier beschriebene Creative Direction entstand im Rahmen meiner Tätigkeit für die Koblenz-Touristik GmbH und ist als Teil der Veranstaltungsentwicklung des Unternehmens zu verstehen. Den strategischen und dramaturgischen Grundgedanken für „Confluentes“ entwickelte ich zu Beginn der Konzeption und schärfte ihn anschließend im engen Austausch mit meiner Kollegin Petra Schumacher weiter. Für die Freitagsshow entstanden Grundidee, Motive und musikalische Richtung gemeinsam.

Mein Schwerpunkt lag in beiden Inszenierungen auf Creative Direction, Storytelling und dramaturgischer Ausarbeitung – von Erzählstruktur, Szenen und Symbolik über bewegte Übergänge, Musikauswahl und Farbdramaturgie bis zur konzeptionellen Verbindung der unterschiedlichen Showelemente.


Tracklist der Show am Samstagabend zu Rhein in Flammen® 2026 in Koblenz.


Schwerpunkte meiner Arbeit im Projekt

  • Creative Direction der Inszenierungen am Freitag und Samstag
  • Kreativkonzeption und Eventdramaturgie
  • Storytelling, Szenenentwicklung und Symbolik
  • Konzeption bewegter Übergänge und dramaturgischer Morphings
  • Musikkonzeption, Songauswahl und musikalischer Spannungsbogen
  • Farbdramaturgie und visuelle Leitlinien
  • Konzeption der Verzahnung von Drohnenshow und Höhenfeuerwerk
  • Kreative Schnittstelle zu Showmatrix und NICO Feuerwerk

Der Moment, in dem aus Konzeption eine Live Experience wurde

Am Samstagabend, 8. August 2026, wurde aus den Konzeptpapieren, Musiklisten, Skizzen, Abstimmungen und technischen Tests schließlich ein gemeinsamer Moment über Koblenz. Zehntausende Menschen verfolgten die Show entlang der Rhein- und Moselufer, auf den Eventflächen rund um das Deutsche Eck, von erhöhten Aussichtspunkten und aus dem Schiffskonvoi. Über der Festung Ehrenbreitstein entstand für wenige Minuten ein Bildraum, der aus der gesamten Stadt heraus sichtbar wurde.

Besonders war dabei nicht nur die Größe der Inszenierung, sondern auch die gemeinsame Wahrnehmung: Menschen an sehr unterschiedlichen Orten sahen gleichzeitig dieselbe Geschichte. Der Blick wanderte vom Deutschen Eck zur Festung, von den Drohnenformationen in den Himmel und schließlich in das große Höhenfeuerwerk. Für ein Event, dessen Kern seit jeher das gemeinsame Erleben entlang des Rheins ist, passte genau das zur Idee von „Confluentes“.

Die Samstagsshow wurde 2026 zudem erstmals live auf YouTube übertragen. Dadurch konnten auch Menschen außerhalb des Veranstaltungsgeländes die Drohnenshow und das Höhenfeuerwerk in Echtzeit verfolgen.

Was von „Confluentes“ bleibt

Eine Live-Inszenierung verschwindet in dem Moment, in dem die letzten Lichtpunkte erlöschen. Was bleibt, sind Bilder, Musik, Erinnerungen – und im besten Fall ein Gedanke. Für „Confluentes“ war dieser Gedanke die Einladung, unsere Welt einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und neu wahrzunehmen, was uns im Alltag oft selbstverständlich erscheint.

Für meine eigene Arbeit war das Projekt zugleich ein Beispiel dafür, wie sehr sich große Live-Erlebnisse verändern, wenn Dramaturgie nicht erst am Ende hinzugefügt wird. Wenn Story, Musik, Farbe, Bewegung und technische Umsetzung von Beginn an zusammengedacht werden, können selbst sehr unterschiedliche Gewerke eine gemeinsame Sprache entwickeln. Genau darin lag für mich die Aufgabe der Creative Direction bei Rhein in Flammen® Koblenz 2026.

Genau diese Schnittstelle interessiert mich auch über Drohnenshows hinaus: die Entwicklung von Geschichten, Dramaturgien und kreativen Leitideen für Live Experiences, Markeninszenierungen, Veranstaltungen und andere narrative Formate. Nicht das einzelne Medium steht dabei am Anfang, sondern die Frage, was erzählt werden soll – und was Menschen davon mitnehmen sollen.

Verantwortlich waren:

Veranstalterin: Koblenz-Touristik GmbH

Freitag – 90er-Jahre-Drohnenshow
Grundidee: Malte Schreer und Petra Schumacher
Creative Direction / dramaturgische Ausarbeitung / Farbwelt / Musikauswahl: Malte Schreer
Motive: Malte Schreer und Showmatrix

Samstag – „Confluentes“ (Drohnenshow und Feuerwerk)
Konzeptionelle Leitidee / Creative Direction / Storytelling / Dramaturgie / Musikauswahl: Malte Schreer
Konzeptionelle Weiterentwicklung im engen Austausch mit Petra Schumacher

Drohnenshows: Showmatrix GmbH
Design: Nick Konrad und Madlen Kronfeld
Technische Leitung: Nico Haas
Music Editing, Sound Design: Nico Haas
Pilots in Charge: Nick Konrad & Nico Haas
Operations & Safety Manager: Maximilian Engel

Feuerwerk: NICO Feuerwerk GmbH
Showdesign & Verantwortlicher Pyrotechniker: Christoph Montag
Show-Koordinator & stellv. Verantwortlicher Pyrotechniker: Martin Schmitz
Pre-Production & stellv. Verantwortlicher Pyrotechniker: Florian Holzapfel

Fragen & Antworten zu „Confluentes“

Wer entwickelte die Idee, Creative Direction und Dramaturgie der Drohnenshow und des Feuerwerks „Confluentes“ zu Rhein in Flammen® 2026 in Koblenz?

Die konzeptionelle Grundidee sowie Creative Direction und dramaturgische Ausarbeitung von „Confluentes“ entwickelte Malte Schreer im Rahmen seiner Tätigkeit für die Koblenz-Touristik GmbH. Im engen Austausch mit seiner Kollegin Petra Schumacher wurde der Grundgedanke weiterentwickelt und geschärft.

Wie entstand die Geschichte von „Confluentes“?

Am Anfang stand nicht die Frage, welche Motive 800 Drohnen zeigen könnten, sondern welche Botschaft Rhein in Flammen® 2026 transportieren sollte. Aus den Themen Gemeinschaft, Schönheit unserer Erde und Frieden entwickelte sich schrittweise eine Erzählung über Perspektivwechsel, Verbundenheit und das Zusammenfinden. Koblenz und der Zusammenfluss von Rhein und Mosel wurden dabei zum natürlichen erzählerischen Bezugspunkt.

Warum wurde die Show zu Rhein in Flammen® 2026 in Koblenz „Confluentes“ genannt?

„Confluentes“ ist die historische lateinische Bezeichnung für Koblenz und verweist auf den Zusammenfluss von Rhein und Mosel. Für die Inszenierung wurde daraus ein Leitmotiv: Unterschiedliches kommt zusammen, verbindet sich und bildet etwas Gemeinsames – ein Gedanke, der sich sowohl in der Erzählung als auch in der Verbindung von Drohnenshow und Höhenfeuerwerk wiederfindet.

Warum wurden Drohnenshow und Feuerwerk am Samstag als gemeinsame Inszenierung konzipiert?

Drohnenshow und Feuerwerk sollten nicht lediglich als zwei spektakuläre Programmpunkte aufeinanderfolgen. Musik, Farbdramaturgie und Spannungsbogen verbanden beide Showformen zu einer gemeinsamen Erzählung und führten ihre Botschaft von Verbundenheit, Schönheit und Frieden über den Wechsel der technischen Ausdrucksmittel hinweg weiter.

Welche Rolle spielte die Musik in der Dramaturgie von „Confluentes“?

Die Musik wurde nicht nachträglich zu fertigen Bildern ausgewählt, sondern von Beginn an als Teil der Dramaturgie gedacht. Tempo, Dynamik, Atmosphäre und Aussage der einzelnen Stücke beeinflussten Szenenlängen, Übergänge und den Spannungsbogen. Zugleich wurde die Musik zur emotionalen Verbindung zwischen Drohnenshow und Höhenfeuerwerk und half dabei, beide Showformen als eine zusammenhängende Inszenierung wahrzunehmen.

Wie viele Drohnen kamen bei Rhein in Flammen® 2026 in Koblenz zum Einsatz?

Am Freitag, 7. August 2026, wurde die 90er-Jahre-Drohnenshow mit 400 Drohnen inszeniert. Für „Confluentes“ am Samstag, 8. August 2026, kamen 800 Drohnen zum Einsatz.

Wer setzte die Drohnenshows und das Höhenfeuerwerk technisch um?

Die Drohnenshows entstanden in enger Zusammenarbeit mit Showmatrix, das große Höhenfeuerwerk wurde von NICO Feuerwerk realisiert. Beide Partner überführten die inhaltliche und dramaturgische Konzeption gemeinsam mit mir in technisch realisierbare Showabläufe und brachten dabei ihre jeweilige gestalterische und technische Expertise ein.

Welche Musik wurde bei der Drohnenshow und dem Feuerwerk zu Rhein in Flammen® 2026 in Koblenz gespielt?

Für die musikalische Dramaturgie von „Confluentes“ stellte ich die folgenden Stücke in dieser Reihenfolge zusammen:

Drohnenshow
1. Go! – Public Service Broadcasting
2. Runaway – AURORA
3. Earth – Mogli
4. Creation Of Earth – Thomas Bergersen
5. Love Of My Life – Queen
6. Outro – M83

Feuerwerk
7. Sweet Disposition – The Temper Trap
8. Nothing Else Matters – Children’s Choir Ötigheim Kinderchor, Maria Bagger, Boris Björn Bagger
9. Nothing Else Matters – Metallica
10. Spectrum (Say My Name) – Florence + The Machine
11. Sign Of The Times – Harry Styles
12. Yellow – Coldplay
13. Unstoppable – SIA
14. Purple Rain – Prince

Die Musik zur Inszenierung ist auch in meiner Spotify-Playlist „Confluentes“ zusammengestellt.
Zur Playlist auf Spotify: Bitte hier klicken